Kenia: Amboseli Nationalpark

Kenia: Amboseli Nationalpark

Ol Tukai Lodge

Ol Tukai Lodge

Es ist ca. 13 Uhr, als wir den Eingang zum Amboseli Nationalpark passieren. Wir durchfahren das Tor und überqueren in einer halben Stunde eine nicht enden wollende Savanne ohne viel Vegetation und auch wenig Tieren, bis wir zu unserem Camp, der Ol Tukai Lodge kommen. Während wir unsere Zimmer beziehen, genießen wir die Aussicht von unserem Bungalow. Kaum aus der Tür getreten, öffnet sich die grüne Savanne bis an den Fuß des Kilimandscharo, dessen schneebedeckter Gipfel nun schon langsam aus den Wolken hervorblitzt. Graue Elefanten (im Gegensatz zu den roten Tsavo-Elefanten) ziehen in Herden an der Lodge vorüber und scheinen sich an uns begeisterten Besuchern gar nicht zu stören. Bis 16 Uhr haben wir Zeit für Beobachtungen, Lunch und eine kurze Erfrischung, dann brechen wir zum nächsten Game Drive auf.

Zunächst sehen wir Wälder aus Doum-Palm-Oasen ohne viele Tiere. Doch je später es wird, desto mehr Tiere kreuzen unseren Weg. Nach und nach trauen sich Gnus, Antilopen und Kronenkraniche auf. Das Camp und der Park liegen direkt am Fuß des Kili und damit an der Grenze zur Tansania. Auch bei unserem Weg durch den Park verschwanden die Wolken noch nicht, so dass immer noch nur eine eingeschränkte Sicht auf den höchsten Berg Afrikas möglich war.

Knochenüberreste

Wir befahren nun wieder weites, offenes Gelände, das zunächst noch sehr sumpfig und dann immer trockener wird. Es gibt fast ausschließlich noch Gräser, es ist so gut wie kein Grün mehr zu sehen. Dafür häufen sich die Zahl der Knochenhaufen, die auf dem grauen Lehmboden verstreut sind. Diese Überreste sind ein Indiz dafür, dass es in der Gegend große Raubtiere geben muss, da auch das ein oder andere Mal ein Büffelschädel zu sehen ist. Zunächst erreichen wir aber ohne ein Tier zu sehen den Rand der Savanne, wo bereits wieder Palmen und vereinzelt Bäume wachsen. Auf dem höchsten Baum der Umgebung sitzen sechs Aasgeier und observieren die Gegend nach dem von Raubtieren verschmähten Fleischüberresten. Gerade wollen wir den Rand der Savanne wieder verlassen und auf das trockene Land zurückfahren, als es zu der Begegnung kommt: rechter Hand unseres Jeeps stolziert ein ausgewachsenes Löwen-Weibchen zwischen den Büschen hervor und geradewegs auf uns zu. Ein imposanter Anblick, der leider nur wenige Minuten anhält. Die von unserem Fahrer Fred per Funk verständigten anderen Jeeps haben weniger Glück als wir und bekommen die Löwin schon nicht mehr zu Gesicht, da sie sich bei deren Eintreffen bereits wieder in die Oase zurückgezogen hat. Dieses Erlebnis ist für heute nicht mehr zu toppen, weshalb wir uns auf den Weg zurück ins Camp machen. Selbst der nun von Wolken befreite Kilimandscharo und einige Flußpferde können uns nach dieser Begegnung nicht mehr vom Hocker reißen. Wir lassen den Abend jetzt in der Lodge ausklingen und ich bin gespannt, was uns morgen erwartet!

Löwin

14.12.2012: Heute ist der dritte Safaritag und so früh sind wir noch nie aufgebrochen. Schon nach wenigen Minuten werden wir aber für die kurze Nacht entschädigt. Wir verfolgen vom Jeep aus den Sonnenaufgang gegen halb sieben Uhr morgens. Aufgrund der Nähe zum Äquator lässt sich der Weg der Sonne hinter dem Horizont hervor mit bloßem Auge beobachten. Innerhalb von ein paar Sekunden ist die helle Scheibe hinter den Bergen aufgetaucht und schwebt dann eine Handbreit über dem Horizont. Atemberaubend! Direkt auf der anderen Straßenseite läuft in diesem Moment eine Hyäne aus den Büschen hervor. Obwohl, schleichen ist wohl der passendere Ausdruck. Mit gesenktem Kopf und ganz behutsam tappt sie gemächlich zwischen den Büschen hervor und verschwindet dann genauso geräuschlos, wie sie gekommen ist. Die nächsten Tiere, die uns begegnen, ist ein Straußenpaar, sie in schmutzigem braun-grau, er in kräftigem schwarz. Fred weiß, dass das davon herrührt, dass die Männchen nachts und die Weibchen tagsüber über den Eiern wachen und das Gefieder dementsprechend unterschiedlich gebleicht ist.

Hippos

Mich interessiert, warum es in der Savanne derzeit keine riesigen Herden (zu sehen) gibt. Fred hat auch hierfür eine Antwort: es gibt zwar momentan viel Wasser, doch deshalb ist der Boden sehr schlammig. So ist es für viele Herdentiere schwierig, vor Raubtieren zu fliehen. Die Herden ziehen sich deshalb an den Fuß des Kili zurück, wo der Untergrund steiniger ist und sie bei einem Angriff leichter fliehen können. Einer, der dieses Problem nicht hat, da er nicht von Raubkatzen angegriffen wird, ist der Elefant. Ihn können wir dann auch in einer riesigen Herde mit weit über 100 Tieren bestaunen. Das ist insofern etwas besonderes, da es im ganzen Amboseli Nationalpark nur 1.150 Exemplare gibt. Für die Dickhäuter wächst in der Savanne ausreichend Elefantengras, welches ihnen wohl besonders gut schmeckt.

Amboseli Elefanten

Eine Vogelart, die wir bislang noch nicht zu Gesicht bekommen haben, taucht als nächstes vor uns auf: der Ibis mit weißem Rumpf und schwarzem Hals. Anschließend findet Fred für uns eine Büffelherde mit mehr als 30 Tieren, die alle brav dem Leitbullen nachfolgen. Man erkennt die vielen Kerben als Augenzeugen der Kämpfe, welche die wuchtigen Tiere mir ihren Hörnern ausgetragen haben. Bereits wieder auf dem Rückweg in das Camp geht es dann richtig zur Sache. Wir „erwischen“ zunächst ein Elefantenpärchen in flagranti und danach auch noch zwei Affen. Während beim Elefanten die Show relativ schnell zu Ende ist, lassen wir den Affen ihre Ruhe und kehren in die Lodge zurück. Es ist kurz vor acht und es gibt jetzt erstmal Frühstück.

Knapp eine Stunde später setzen wir den Game Drive dann fort. Wir brechen von der Ol Tukai Lodge auf und verlassen den Amboseli Nationalpark in Richtung Tsavo West Nationalpark. Kurz vor dem Passieren des Parktors entdecken wir dann auch noch ein Zebrapärchen beim Fortpflanzungsakt.

Die Ol Tukai Lodge hat seit dem 01. April 2012 auch eine Facebook-Seite.